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„Zu ebener Erde und erster Stock“ im Bärenhof Kolm

Auch heuer wieder sorgt die Laienschauspielgruppe Arbesbach für unterhaltsame Abende. Eine Lokalposse von Johann Nestroy steht von 25. Februar bis 18. März auf dem Spielplan in der Schönfeldhalle. Das äußerst professionell agierende Ensemble setzt den Reigen seiner großen Erfolge im Bärenhof Kolm fort.
© Theaterbühne Arbesbach
Inhalt
Im 1. Stock bittet der schwerreiche Spekulant Goldfuchs zu einer festlichen Tafel und Champagner, während in der Parterre-wohnung die vielköpfige Familie des Tandlers Schlucker ihr Auskommen bei Brot und Wasser finden muss. Damian Stutzel, der Schwager Schluckers, hätte ein Rezept für die Behebung dieser misslichen Situation: "Wenn die reichen Leut' nicht wieder reiche einladeten, sondern arme Leut', dann hätten alle genug zu essen."

Goldfuchs' Tochter Emilie ist hoffnungslos in Adolf, den Ziehsohn Schluckers, verliebt: Zwar hat sie seinetwegen dem Hausbesitzer Zins und auch dem Protegè ihres Vaters, Monsieur Bonbon, einen Korb gegeben, doch Goldfuchs hat ihre Hand diesem Bonbon versprochen. Die schüchterne Verbindung zwischen Adolf und Emilie wird durch Verrat, Intrigen und Erpressung bedroht, und auch der letzte Ausweg, die Entführung Emilies und die Flucht der Liebenden, scheitert. Adolf sieht sich gezwungen, auf das Mädchen zu verzichten, da wendet sich das Blatt: Schlucker erhält 300 Gulden Finderlohn, während der Millionär Goldfuchs die Schulden seines Sohnes - 100.000 Taler - bezahlen muss; Sepherl gewinnt in der Lotterie 800 Gulden, der Spekulant verliert sein Kapital durch den Untergang eines Schiffes, in dessen Ladung er sein Vermögen investiert hatte; Adolfs bisher unbekannter Vater weist ihm eine große Summe als Vorschuss für sein enormes Erbe an; Goldfuchs muss seinen Bankrott erklären.

Der Tausch der Wohnungen markiert den ökonomischen Um-schwung, aus Schlucker wird ein arroganter Parvenü, Goldfuchs wird durch das Schicksal geläutert. Emilie glaubt nun aus Treue zu ihrem verarmten Vater auf Adolf verzichten zu müssen, doch dessen unveränderter Sinn führt doch zur Verlobung.

Nestroy stellt zwar am Ende seines Stückes die bestehenden Verhältnisse, das „Oben und Unten“ auf den Kopf, doch mit diesem fiktiven „Happy-End“, das nur durch unglaublichen Zufall und unwahrscheinliche Schicksalsschläge möglich wird, macht er zugleich deutlich, dass der Rollentausch der handelnden Personen an der Grundstruktur gesellschaftlichen Ungleich-gewichts nichts zu ändern vermag. Wieder logieren diejenigen, die es sich leisten können, oben, die anderen unten.

Inzwischen haben 177 Jahre diesem zwischen liebevoller Ironie und bitterer Satire schwankenden Stück nichts anhaben können. So lange es auf der Welt Unterschiede zwischen Arm und Reich geben wird, bleibt Nestroys Analyse zutreffend: "Das Glück ist kugelrund“ – es kann sich also schon morgen weiter drehen und die eben noch Glücklichen überrollen.

Termine
25. Februar: 20 Uhr – Premiere
2., 3., 9., 10., 16., 17., 23. und 24. März 2012: 20 Uhr
11. und 18. März 2012: 14.30 Uhr

Karten & Preise
Vorverkauf: EUR 10,-
Abendkasse: EUR 13,-

Kartenreservierungen unter (T)+43(0)664/1754905 (Montag-Freitag: 8-12 & 14-16 Uhr) und 2 Stunden vor Aufführungsbeginn, oder am Schalter in der RAIKA Arbesbach.


Weitere Infos finden Sie hier.
Theaterbühne Arbesbach

Obmann Josef Huber
3925 Arbesbach, Neue Siedlung 116
(T) +43(0)664/1754905
(E) office@theaterbuehne.at
(I) www.theaterbuehne.at
(I) www.baerenhof-kolm.at


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