Burg Rappottenstein

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Dreimal belagert, aber nie zerstört – ein altes Wahrzeichen erzählt Geschichte.

Im Tal des kleinen Kamp präsentiert sich eine der ältesten Burgen des nordwestlichen Waldviertels stilvoll und stolz auf einem Granitfelsberg. Die Burg Rappottenstein gibt Kunde vom Zusammenspiel der Kräfte „Natur und Mensch“, von Gotik, Renaissance und Barock. Hier begibt man sich nicht auf einen Spaziergang, sondern auf eine unvergessliche Reise.

Stete Hochblüte einer Hochburg

Rappottenstein kommt von Anfang an große Bedeutung zu: Die Burg liegt in der Mitte des ausgedehnten Kuenringerbesitzes als stabiles Zentrum in einer bewegten Zeit. Gleichzeitig dient sie dem Schutz des uralten – noch heute im Gemeindegebiet nachweisbaren – Verbindungsweges von der Donau über den Nordwald (alt für Waldviertel) Richtung Böhmen („Pehamsteig“). Rapoto von Kuenring (1157) wird als Erbauer und Namensgeber der Burg genannt. Allerdings verlieren die Kuenringer durch ein Bündnis mit König Ottokar von Böhmen gegen Rudolf von Habsburg nach kaum mehr als 150 Jahren den Besitz – sie sterben in der Verbannung. Die Burg kommt in Folge an die Herren von Dachsberg, Stermberg und Landau. Allen Belagerern leistet die Burg in dieser Zeit erfolgreich Widerstand: den aufständischen Bauern (1597), katholischen Truppen (1619) und den Schweden (1645). Erst als Ernst Reichsgraf von Abensperg und Traun Im Jahre 1664 Rappottenstein käuflich erwirbt, kommt die Burg mit dem dazugehörigen Gut endgültig in fixe Hände: Seit mehr als 350 Jahren bis zum heutigen Tage ist sie Eigentum der Grafen von Abensperg und Traun.

Imposant und mächtig

Aus der Zeit der Kuenringer stammt der südliche Teil der Hochburg, an der sich wuchtige Mauer-Massen fensterlos über dem steilen Granitfelsen auftürmen – sie bilden den ursprünglichen Wehrbau. Eine klare Machtansage gegenüber – vor allem unerwünschten – Besuchern. An der höchsten Stelle des Felsmassivs bewacht der Bergfried die Anlage. Zwischen ihm und dem Tor-Turm erstrecken sich die ältesten Gebäude des Burghofs aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Vorburg ist ein durchdachtes Verteidigungssystem von acht Toren und fünf Höfen – nur wer diese bezwingt, kann in die Hochburg vordringen. Man bekommt Lust, sich selbst die beste Taktik zu überlegen.

Kunst, Kapelle und Klang

Wer will, dringt weiter vor bis in die Tiefen einer Burggeschichte: Im Burgverlies erhält man Einblicke in die Härte des damaligen Strafvollzuges. Wer sich lieber an schöneren Dingen erfreut, findet in den dreigeschossigen Arkadengängen mit Sgraffitodekor italienisches Flair. Die Fresken in den Innenräumen zählen zu den seltenen Beispielen der Profanmalerei des 16. Jahrhunderts. Wer entdeckt die von den Dachsberger Herren im Jahre 1378 errichtete zweigeschossige Kapelle im ältesten Teil der Burg – an der bestgeschützten Stelle? Wer sie besucht, weiß warum – die Burg ist nur mit Führung zu besichtigen und man entdeckt dabei einen Schatz nach dem anderen. Einer davon ist auch das bunte Programm-Angebot der „Klangburg Rappottenstein“ – Musik trifft auf alte Mauern. Hört sich das alles nicht nach einem außergewöhnlichen Ausflugs-Tipp an?

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag I Montag geschlossen
Während der Saison: Auch montags und an den Feiertagen geöffnet
Führungen am Vormittag um 10 und 11 Uhr, am Nachmittag um 14, 15 und 16 Uhr.

www.burg-rappottenstein.at