Gabrielental

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Landpartie im Lainsitztal gefällig?

Wenn die Adeligen aus dem 19. Jahrhundert wüssten, dass ihr liebevoll angelegter Landschaftspark noch immer rege genützt wird, wären sie sicherlich stolz. Das Gabrielental, flussaufwärts von Weitra, erstreckt sich ein herrlicher, naturnaher Landschaftspark mit Wiesen, Auen und Mischwäldern.

Den Namen verdankt das Gabrielental der Landgräfin von Fürstenberg (1821 bis 1895). Ihr zuliebe wurde das Flusstal entlang der Lainsitz liebevoll aufgewertet. Verantwortlich dafür war ihre adelige Gesellschaft, genauer Oberamtmann Franz Weyringer. Heutzutage ist das Gabrielental hauptsächlich für die abwechslungsreichen Wandermöglichkeiten bekannt.

Oberes Lainsitztal – Landschaftspark und Naturefugium

Nicht immer, wenn der Mensch in die Natur eingreift, endet es mit Asphalt und harten Kanten. Ein Gespür, wo die Natur ihr eigener Herr bleiben darf, haben die Landschaftsgärtner zum Beginn des letzten Jahrhunderts bewiesen. Im Oberlauf ist die Lainsitz, die durch das Gabrielental führt, noch weitgehend unberührt. Natürlicher Flusslauf, kein Einzugsgebiet: All das macht das Fluss-Ökosystem der Lainsitz so gesund. Ein Zeichen dafür ist die natürliche Vielfalt der Tierwelt. Zum Beispiel beleben die stark gefährdete Flussperlmuschel, das Bachneunauge und der Fischotter die Gewässer. Jenseits des Wassers fühlen sich auch Luchs, Schwarzstorch, Wachtelkönig, Heidelerche sowie der Helle und Dunkle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling wohl im oberen Lainsitztal.

Die frei fließende Lainsitz neigt im oberen Bereich zu Überschwemmung – und das ist völlig okay. Dadurch bleibt der Strukturreichtum der Landschaft erhalten, es entstehen bunte Wiesen und nasse wie trockene Standorte. Immer dazwischen: eine vielfältig, malerisch terrassierte Kulturlandschaft mit artenreichen Büheln (Wäldchen auf Kuppen), Stufenrainen und Hecken.

Das Gabrielental ist teilweise von steilen Hängen umgeben, auf denen Reste von naturnahen Mischwäldern wachsen. Die schönsten davon sind am Riesenkopf und am Ahornstein zu finden. So mancher Wanderer hat vielleicht ein Déjà-vu: Die Buchen-Mischwälder des Gabrielentals sehen der der Urwaldrelikte Hojna Voda und Zofinsky prales in Tschechien zum Verwechseln ähnlich.

Ein Naturerlebnis aus Menschenhand

Einen auffälligen, aber durchaus angenehmen Kontrast bildet der Bereich des Gabrielentals, in dem die Aristokraten lustwandelten. Auf beiden Seiten der Lainsitz sind heute noch gut begehbare Promenadenwege angelegt, von Steinbänken gesäumt und von Stegen und Springbrunnen unterbrochen. 

Die Spazierwege durch Wiesen und Wälder führen auch an vereinzelten Gedenkstätten vorbei, die einen Blick wert sind:

  • dem Erinnerungsstein, der an die Vermählung von Kaiser Franz Josef I. und Elisabeth erinnert
  • der Steinpyramide mit der Inschrift „Carolinen Wiese 1865“
  • dem hölzernen Wegmarterl, auf dessen Flügeln der Wanderer aufgefordert wird, das „Türl“ aufzumachen

Neuzugang unter den Naturerlebnissen im Gabrielental ist der Barfußweg mit 18 Stationen. Über Leitern, Treppen, Rindenmulch, Waldboden, Torf, Flusssteinen und vielem mehr wird schnell klar, dass wir die Schuhe viel öfter ausziehen sollten! 

Tipp: Machen Sie im Sommer unbedingt einen kleinen Abstecher zur Kneippanlage in Weitra! Maximal zwei Minuten im eiskalten Wasser reichen für eine gesundheitsfördernde Wirkung aus.

Sie sehen: Im Gabrielental könnte man bestimmt einen Tagesausflug mit abwechslungsreichem Programm füllen!