Kremstal Canyon

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Naturschauspiel und Erinnerungen an die Steinzeit

Tiefe Granitschluchten und eine Höhle nach der anderen: Wenn das kein Wander-Abenteuer ist … Der Kremstal Canyon im Waldviertel steckt voller Überraschungen! Da wären steinzeitliche Funde in der Gudenushöhle, Aufstiege zur Teufelsrast oder verwunschene Höhlen.

Oberhalb des Zusammenflusses von Großer und Kleiner Krems – auch „Zwickl“ genannt  – präsentiert sich eine Schluchtenlandschaft, die ihren Titel verdient: der Kremstal Canyon! Die tiefste Schlucht des Waldviertels ist geprägt von dramatischen Felsformationen, naturnahen Schlucht- und Hangmischwäldern aus Linden, Eichen und Buchen und den rauschenden Flüssen. Einige der wilden Hangwälder sind von unersetzlichem ökologischen Wert und bieten mit ihren knorrigen, uralten Bäumen vielen Fledermäusen, Spechten, Eulen und seltenen Käfern einen raren Lebensraum. 

Hoch über der Großen Krems auf einem Felsriegel prangt die Burg Hartenstein. Halb intakt, halb Ruine, wirkt sie auf den ersten Blick sogar etwas gespenstisch.

Wander-Tipp: Der Weitwanderweg Kremstalweg Nr. 625 führt 93 Kilometer lang durch das Kremstal und auch durch den Canyon. Diese Wandertour bildet gemeinsam mit dem Ysper-Weitental-Rundwanderweg Nr. 22 den Lebensweg durchs Waldviertel.

Weltbekannte Gudenushöhle

Im Kremstal Canyon befinden sich zahlreiche interessante Höhlen. Die berühmteste ist die Gudenushöhle, die zu den wichtigsten steinzeitlichen Fundorten Mitteleuropas zählt. Sie ist 30 Meter lang und liegt etwa acht Meter über dem Flussbett in einem Kalkmarmorband unterhalb der Burg Hartenstein. Die Gudenushöhle liegt ebenfalls entlang des beliebten Lebenswegs .

Vor 70.000 Jahren haben sich in der Steinhöhle Neandertaler aufgehalten. Ihnen verdanken wir heute einige wertvolle Artefakte. Zum Beispiel das älteste Musikinstrument Österreichs, eine Knochenpfeife. Archäologen haben außerdem eiserne und bronzene Pfeilspitzen, glasierte Keramik und Tierknochen gefunden. Als Heimatforscher begannen, die Höhle zu untersuchen, war der Eingang nur 90 Zentimeter hoch. Die Forscher erweiterten den Abschnitt, sodass er nach den Ausgrabungen nun groß genug ist, um einzutreten.

Achtung! Die Brücke zur Gudenushöhle musste aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Eine Erneuerung ist über die Wintermonate geplant.

Teufelsrast im Waldviertel

Wer die Aussicht auf den Grand Canyon des Waldviertels von der Teufelsrast genießt, hat eine wundervolle Wanderung hinter sich. Das markante Felsdach der Teufelsrast ragt hinein in die Landschaft und kann über Purkersdorf erwandert oder vom Tal aus erklettert werden. Erfahrung von Vorteil! Auf 662 Metern angekommen, wandert der Blick über das malerische Kremstal. Rund um die Teufelsrast gibt es abwechslungsreiche Klettermöglichkeiten.

Die Höhlen des Kremstal Canyons

Im Kremstal hat die Natur einige faszinierende Höhlen hinterlassen:

  • In der Eichmayerhöhle fand man bei Ausgrabungen Reste von 27 Säugetier- und acht Vogelarten. Die Klufthöhle liegt in einem Marmorband im Hornblendeschiefer-Gestein.
  • Die bekannte Schusterlucke ist über den Vettersteig erreichbar (Kletterkenntnisse sind Voraussetzung!). Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs hat hier den Erzählungen nach ein Schuster gehaust.
  • Der Steinerne Saal ist ein geschützter Vorplatz, über den ein 30 Meter breites Felsdach ragt. Heute finden sich unzählige Granit-Steinmandln in der Höhle.

Wandern, Klettern, Geschichte erleben – im Kremstal Canyon passt das wunderbar zusammen!