Die fünf größten Mohn-Mythen
Rund um den Mohn, insbesondere den beliebten Waldviertler Graumohn, kursieren viele Mythen. Doch was ist dran an den bekanntesten Mohn-Geschichten? Wir klären auf!
Mohn-Mythos 1: Mohn macht süchtig
Gleich vorweg: Das können wir bestätigen – allerdings nur kulinarisch! Mohnzelten, Mohnnudeln, Mohnstrudel – wir bekommen vom Waldviertler Graumohn in all seinen köstlichen Variationen einfach nicht genug. Eines ist jedoch sicher: Die Samen unseres heimischen Mohns enthalten keine bewusstseinsverändernden Substanzen. Reste von Morphinen oder Opiaten finden sich ausschließlich in den grünen Kapseln der Pflanze – nicht aber in den Samen. Somit kann man Grau- und Weißmohn aus dem Waldviertel unbedenklich genießen. Anders verhält es sich mit asiatischen Mohnsorten, etwa aus Afghanistan – bei diesen lassen sich Opiate auch in den Samen nachweisen, weshalb sie in Europa verboten sind.
Mohn-Mythos 2: Mohn blüht immer rot
Nicht ganz richtig. Mohnsorten zeigen eine erstaunliche Farbvielfalt, was die Mohnblüte im Waldviertel zu einem echten Naturschauspiel macht. Der Graumohn blüht in Weiß, Rot oder Rosa, während Blaumohn meist tiefviolette Blüten hervorbringt. Ziermohn, der nicht zum Verzehr, sondern zur Dekoration dient, ist besonders farbenfroh: Weiß, Gelb, Blau, Violett, Schwarz und zahlreiche Rottöne – all das kann man im Ziermohngarten im Mohndorf Armschlag bestaunen.
Mohn-Mythos 3: Mohn schmeckt nur als Süßspeise
Ein weitverbreiteter Irrglaube! Die Mohnküche hat deutlich mehr zu bieten als nur Süßspeisen. Der Mohnwirt in Armschlag und viele andere ausgezeichnete Gastronomiebetriebe die Mohnspeisen anbieten, beweisen mit kreativen Rezepten das Gegenteil: Mohnschöberlsuppe, Karpfen in Mohnpanier, Mohnkäsetascherl, Mohnpizza, Mohnbrot, Mohnölpesto und sogar Mohnsenf zeigen, wie vielseitig Graumohn sein kann. Wer noch mehr entdecken möchte, findet im Bauernladen des Mohndorfs Armschlag auch Naturkosmetik und Dekorationsartikel aus dem „Schwarzen Gold des Waldviertels".
Mohn-Mythos 4: Mohn wird noch von Hand geerntet
Teilweise stimmt das: Wenn Mohnkapseln für Dekorationszwecke verkauft werden sollen, erfolgt die Ernte per Hand – meist durch erfahrene Landwirt:innen. Die reguläre Mohnernte hingegen erfolgt heutzutage maschinell mit dem Mähdrescher. Die manuelle Ernte ist aufwendig, bringt aber besonders hochwertige Kapseln und Mohn hervor.
Mohn-Mythos 5: Mohn blüht mindestens drei Wochen lang
Ein beliebter Irrtum. Zwar erstreckt sich die Blütezeit des Mohnes über etwa drei Wochen, doch jede einzelne Pflanze blüht nur einen einzigen Tag. Danach fallen die weiß-, lila- oder rotfarbenen Blütenblätter ab, und die Pflanze beginnt, ihre Energie in die Samenreifung zu lenken. Bis August sind die Mohnkapseln braun verfärbt – wenn man dann beim Schütteln das charakteristische Rascheln der reifen Mohnsamen hört ist Erntezeit.