Schloss Pöggstall

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Ein lang verkanntes Provinzschloss, das plötzlich aus dem Dornröschenschlaf erwachte und Austragungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung 2017

Das mittelalterliche Zentrum der Region Ysper-Weitental gleicht einem Überraschungsei: Erst im Zuge einer jüngsten Generalsanierung zeigt sich die volle Bedeutung der ehemaligen Wasserburg – ein offenbar sehr wandlungsfähiges „Wesen“. Neben Attraktionen wie dem Museum für Rechtsgeschichte sind hier wahre (Kunst-)schätze verborgen.

Wiedergefundenes Juwel

Schloss Pöggstall hat viele Geschichten zu erzählen. Im 13. Jahrhundert ursprünglich als Wasserburg erbaut, wird es im 15. und 16. Jahrhundert umgebaut und erweitert. Seit seiner Errichtung vor 770 Jahren hat es etliche Male seine Besitzer und mit ihnen sein Gesicht gewechselt. Von 1795 bis 1919 gehörte das Schloss Pöggstall den Habsburgern, 1986 war es Eigentum der Republik Österreich und seit 1986 ist es im Besitz der Gemeinde. Erst seit jüngster Vergangenheit zeigt sich das historisch bedeutende Ensemble umfassend und behutsam restauriert in seinem ursprünglichen Glanz – einstige Vorurteile, Pöggstall sei nicht mehr als ein altes Provinzschloss, müssen nun fast revolutionären Tatsachen weichen. Die Rogendorfer, die den Bau entscheidend geprägt haben, waren im 15. und 16. Jahrhundert eine der politisch aktivsten und einflussreichsten Familien im Habsburgerreich und hinterließen eindrucksvolle Spuren im Schloss.

Reich an Details

Die Dichte, in der moderne architektonische Lösungen im Laufe der Jahrhunderte in Pöggstall umgesetzt wurden, wird von Bauhistorikern als einzigartig beschrieben. Das Schloss ist mit seinem Innenhof und den Arkaden mit Elementen der Renaissance ein bedeutendes Kulturjuwel. Sehenswert sind vor allem die Steinwendeltreppe, das Renaissanceportal sowie der restaurierte Arkadeninnenhof und das Rondell, die Vorburg des Schlosses. Der signifikante Rundbau ist an das alte Schloss angefügt und demonstriert die Wichtigkeit der Anlage – eine derart massive Befestigung wurde einst ansonsten nur in besonders reichen Städten umgesetzt.

Prädikat: Recht sehenswert

Schloss Pöggstall beherbergt ein Museum über Rechtsgeschichte sowie die Sammlung für Rechtsgeschichte des Landes Niederösterreich – 2017 war es Austragungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung „Alles was Recht ist". Ebenso spannend erzählt die Sonderausstellung im Rondell von der ereignisreichen Restaurierung, bedeutsamen Funden und verblüffenden Geschichten über die Schlossherren. Eine 3D-Animation zeigt anschaulich, wie der Bergfried beziehungsweise das spätere Schloss von seiner ursprünglichen Anlage bis zur heutigen Gestalt anwächst. Der Kostümharnisch Wilhelms von Rogendorf von 1523 ist als Leihgabe des Kunsthistorischen Museums ebenfalls in Pöggstall zu sehen. Genauso wie ein Porträt von Georg von Rogendorf, eine Leihgabe der Eremitage Sankt Petersburg.

Vom Wasserschloss zum Wasserfall

Zum Ausspannen lädt der Schlossgarten mit verschiedenen Prangersäulen und anderen steinernen Zeugen der Vergangenheit ein. Fürs leibliche Wohl wird im „s´Ronderl“ gesorgt und „s´Geschäft“ bietet regionale Spezialitäten zum Mitnehmen. Wer noch mehr Gusto auf Besonderes bekommt, macht sich auf zur Ysperklamm – ein Naturschauspiel aus klarem Wasser, engen Schluchten, imposanten Wasserfällen und spektakulären Steinformationen.

Öffnungszeiten

Ab 2.4.2019: Dienstag bis Sonntag 9-17 Uhr (Montag geschlossen, ausgenommen Feiertage)