Schloss Zogelsdorf

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Das Barockschloss an der Ortsstraße – unverfehlbar, ein echter Geheimtipp.

Nur 3 km südlich von Eggenburg im Bezirk Horn wird ein ehemaliger Adelssitz bewohnt und liebevoll gepflegt: Schloss Zogelsdorf nahe der berühmten Kalksteinbrüche ist jünger als man glaubt und doch alt genug, um jahrhundertelange Geschichte zu erzählen. Im Ordensmuseum wird die Zeit der Kreuzritter lebendig, am Naturlehrpfad keltische Weisheiten. Zeit nehmen!

Wiedergefundenes Juwel

Zogelsdorf wird bereits 1122 als Chadolt de Zoclindorf erwähnt, als Inhaber werden die beiden Brüder Chunradus und Tagno de Zogelsdorf genannt– es dürfte ein hochmittelalterlicher Wehrbau gewesen sein, den es heute allerdings nicht mehr gibt: Im heutigen Schloss gibt es keine Teile, die älter als 600 Jahre sind. Ab 1522 wechseln sich verschiedene adelige Familien im Besitz des Gutes ab. 1670 wird das Gebäude durch größere Um- und Ausbauarbeiten in ein kleines Barockschloss verwandelt. 1831 wird zwar ein Gasthof eingerichtet, doch bereits acht Jahre später übernimmt die Familie Suttner den Besitz – Schloss Zogelsdorf wird erneut Adelssitz, beherbergt 1848 den kaiserlichen Hof und in den Folgejahren die Mitglieder des Reichskriegsministeriums. Derzeitiger Eigentümer ist die Familie Perko-Greiffenbühl, die den Ansitz pflegt und bewohnt.

Zwischen den Welten

Das zweistöckige Bauwerk stammt im Kern aus dem 16. und 17. Jahrhundert, doch erkennt man Veränderungen des 19. und 20. Jahrhunderts. So sind zum Beispiel die Eingangshalle sowie die übrigen Räume des Erdgeschosses mit Tonnengewölben des 16. Jahrhunderts ausgestattet, die Schmiedeeisengitter und -türen stammen hingegen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Südfront ist gekennzeichnet durch einen mittigen Balusterbalkon mit volutenförmigen Konsolen und einem Pultdach, das auf zwei toskanischen Säulen ruht. Im Südwesttrakt zeigen Türen profilierte Steingewände. Die Fassaden sind weiß verputzt und die rot-weiß-roten Läden an einigen Fenstern des Obergeschosses schaffen einen markanten Akzent. Von der ehemaligen Gartenanlage ist vor der Südfassade eine Einfriedung aus quadratischen Pfeilern mit Pyramidendächern erhalten geblieben. Der heutige Naturgarten wird 1967 angelegt und beheimatet auch heute noch weitaus ältere Bauteile, die integriert wurden. Hier entdeckt man ein Detail nach dem anderen.

In Stein gemeißelt

Von der Bronzezeit bis ins 20.jahrhundert: Über 3000 Jahre lang wird der Zogelsdorfer (Kalk-) Sandstein nahe dem Schloss abgebaut und ist einer der bedeutsamsten Naturwerksteine Österreichs. Das hier gewonnene Material wird auch beim Bau vieler Sehenswürdigkeiten wie Stift Altenburg, Wiener Stephanskirche, Karlskirche oder Schloss Schönbrunn eingesetzt. Welche Eigenschaften hat der Stein, wofür wird er verwendet, was macht ihn besonders? Auf ins Steinmetzhaus in Zogelsdorf und ein Paradies alter Bildhauer-Kunst erleben!

Von Rittern und Riten

Jeder, der in die Zeit der Kreuzritter bis in die Jetztzeit eintauchen will, ist hier im Ordensmuseum an der richtigen Adresse: Ehrenzeichen, Auszeichnungen, Medaillen, Ordensinsignien und ihre wahre Geschichten! Am Naturlehrpfad im Garten führen 80 heimische Bäume und Sträucher durchs Gelände – und die haben Interessantes zu erzählen. Im keltischen Baumkreis findet man die „Stammhalter“ der Sternzeichen – und entdeckt sich selbst!

Öffnungszeiten

Museum und Schloss: ganzjährig | nach Voranmeldung