Hochmoor Meloner Au

zum Reiseplaner hinzufügen

Boten der Urzeit im Waldviertel

Die Meloner Au ist mehr als nur ein Moor. Es handelt sich vielmehr um einen Mix aus verschiedenen Hoch-, Übergangs- und Niedermooren, die sich über ein stilles Waldgebiet verteilen. Diese fremdartige Naturlandschaft mit ihren moosigen Moorwäldern und nassen Offenflächen bei Altmelon sind ein einmaliger und international bedeutsamer Moorkomplex! Im Sommer und Herbst kann das Naturschutzgebiet auf einem Wanderweg erlebt werden.

Nur dort, wo der Boden ausreichend vernässt ist, kann sich ein Moor entwickeln. Auf dem Wanderweg durch das Naturschutzgebiet kann das geschulte Auge die verschiedenen Moortypen entdecken. Da jedoch nicht jeder Besucher ein Moor-Experte ist, bieten wir ein kleines „Moor-Lexikon“:

  • In Hochmooren wächst Torf besonders hoch und der Boden ist extrem sauer. Nährstoffe bekommen Hochmoore fast nur über Regenwasser, nicht jedoch über Grundwasser. In diesem extremen Ökosystem leben nur sehr spezialisierte Pflanzen und Tiere.
  • Niedermoore entwickeln sich in Senken, Mulden und Flussniederungen. Das Wasser bleibt lange stehen. Dadurch ist der Nährstoffgehalt hoch und Pflanzen finden lebenswerte Umstände.
  • Übergangsmoore befinden sich gerade in der Entwicklung von Nieder- zu Hochmooren. 

Nur die zähesten aller Bäume wachsen im Moorgebiet. In der Meloner Au sind das Latschen, Spirken, Rotföhren, Birken und Fichten.

Moore: so wertvoll, so faszinierend

Ein Moorgebiet wächst nicht über Nacht und auch nicht in ein paar Jahren. Es dauert Tausende von Jahren, bis diese wertvollen Naturlandschaften – so wie wir sie kennen – entstehen. Das Moorwachstum begann nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren. In den Mooren bildet sich Torf, sozusagen als „Archiv der Natur“ aus abgestorbenen Pflanzen: Moose und Gräser verrotten im nasskalten Boden unter Luftabschluss nicht vollständig und werden zu Torf. Dieser Prozess geht sehr langsam vonstatten, Torf wächst nur etwa einen Millimeter pro Jahr.

Wenig Nährstoffe, ein saures Milieu, starke Temperaturunterschiede: Der extreme Lebensraum eines Moors bringt hochspezialisierte Lebewesen und Pflanzenarten hervor. Der prunkvollste ist wohl der seltene Auerhahn. Da es allerdings nur noch wenige Moore gibt, sind viele davon vom Aussterben bedroht.

Außerdem sind Moore wichtige Wasserspeicher. Im langlebigen Torf speichern Moore mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem auf der Welt. Ihre Erhaltung ist daher auch wichtig für den Klimaschutz!

Wichtige Besucherinfo: Zum Schutz der Natur ist die Meloner Au für Wanderer und Spaziergänger nur von 20. Juni bis 30. November geöffnet. Zu ausgewählten Terminen finden geführte Moorwanderungen statt.

Fichtenbacher Au

Genau genommen gehört die Fichtenbacher Au nicht mehr zum Naturschutzgebiet. Der Moorrundweg führt jedoch genau hindurch, und wir können versprechen: Das Latschen-Hochmoor im Süden des Meloner-Au-Areals bietet einen der besten Einblicke in das Moorgebiet.

Die Moorwanderung verläuft auf dem beliebten Bärentrail durch den Altmeloner Wald und führt auch in die Nähe des Moors. Im Sommer lohnt ein Abstecher zum Edlesberger See für einen Sprung ins kühle Nass!