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Wasserreich(es) Waldviertel

Die Europäische Hauptwasserscheide läuft quer durch das Waldviertel. Hier trennen sich die Flussläufe. Die einen fließen in Richtung Nordsee, die anderen zum Schwarzen Meer.

Im nördlichen Waldviertel streift die Wasserscheide Illmau bei Kautzen. In weiterer Folge verläuft sie über Schwarzenberg, Heinreichs, Kirchberg am Walde und Großschönau durch den Naturpark Nordwald bei Bad Großpertholz nach Karlstift, wo sie das westliche Waldviertel verlässt.

© Waldviertel Tourismus, Christoph Kerschbaum, www.ishootpeople.at

Thaya

Der Thayaquell: In der Nähe von Schweiggers entspringt die Thaya unter den Wurzeln einer Birke, die aus einem Föhrenstamm emporgewachsen ist. Die Legende sagt, dass dies ein Ort sei, wo sich Baum- und Wassernymphen treffen. Deshalb wird die Quelle von manchen gemieden, da sie ihnen unheimlich erscheint. Robert Hamerling, bedeutendster Dichter des Waldviertels, soll es immer wieder hierher gezogen haben.

Nationalpark Thayatal: Die Gegend entlang der Thaya ist so naturbelassen, dass hier ein gern besuchter Nationalpark errichtet wurde. Naturparkzentrum ist Hardegg, von wo aus Spaziergänger und Wanderer zu fachkundig geführten Entdeckungsreisen starten.

Kamp

Großer Kamp, Kleiner Kamp und Purzelkamp
Der größte Quellfluss des Kamp, der „Große Kamp“, entspringt 2 km nördlich von Liebenau/NÖ. Auf einer Länge von 11 Kilometern bildet er die Grenze zwischen Nieder- und Oberösterreich.
Bei Ritterkamp, nahe der Burg Rappottenstein, vereinigt er sich mit dem zweiten Quellfluss, dem „Kleinen Kamp“. Der entspringt im Weinsberger Wald und fließt durch ein ebenso idyllisches Tal wie der Große Kamp. In der Stadt Zwettl mündet der nächste große Zubringer, die Zwettl, in den Kamp. Der „Purzelkamp“, der unterhalb von Spielberg und Bad Traunstein entspringt, mündet heute in keinen Fluss mehr, sondern unterhalb von Rastenberg und Rastenfeld in den Ottensteiner Kampstausee.

Der gelb-rote Fluss
Die charakteristische Färbung des Kamp liegt zwischen gelblich und rostbraun/-rötlich. Manche verschreckt die Farbe etwas, die Wasserqualität ist jedoch bestens und liegt im Bereich von eins bis zwei. Eine Erklärung für die Färbung ist, dass es im flachen Quellgebiet des Kamp noch viele Moore oder moorähnliche Pflanzengesellschaften gibt, aus denen der Fluss Schweb- und Farbstoffe aufnimmt. Außerdem löst das Kampwasser aus dem sauren, kristallinen Gesteinsuntergrund Eisenbestandteile heraus.

Kampquelle
Bei der Kampquelle handelt es sich um ein relativ unspektakuläres Stück Waldboden, an dem ein Wasser aufgeht. An und für sich geht das Wasser rund um den Kampursprung überall auf. Es sickert an Hunderten Stellen aus dem Boden.
Vom oberösterreichischen Liebenau zum Kampursprung führt ein gut beschilderter Wanderweg.

Das Kamptal zwischen den Stauseen und der Rosenburg zählt zu den schönsten Durchbruchstälern Europas. Die sanften Formen der sogenannten „Böhmischen Masse“ werden hier durch Wasserläufe steil durchbrochen, das Hochplateau von Schluchten mit schroffen Felsformationen zerschnitten. Zu entdecken gibt es zahlreiche Biotope mit seltenen Tieren (z.B. Schwarzstorch, Fischotter, Smaragdeidechse) und Pflanzen. Die Stauseen Ottenstein, Dobra und den Thurnberger Stausee erkundet man am besten mit dem Elektro-, Tret- oder Ruderboot. Idyllische Badeplätze laden zum Verweilen.

Wasserfälle

An den Arbesbach- und Lohnfällen stürzt das Wasser über bizarr geformte Steingebilde. Besonders schön: der „Höllfall“ unterhalb von Arbesbach, hier stürzt der Kamp über eine Treppe von riesigen Granitblöcken.


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