Schloss Artstetten

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Kaiserlicher Familiensitz und letzte Ruhestätte – zu Gast bei Erzherzog Franz Ferdinand.

Etwas abseits der Wachau findet man ein Märchenschloss, das eine wahre, große Geschichte erzählt. Das Erzherzog Franz Ferdinand Museum auf Schloss Artstetten ist ein kulturhistorischer Anziehungspunkt für Besucher aus allen Ländern. Denn hier entdeckt man ein lebendiges Denkmal für eine der schillerndsten Persönlichkeiten der ausgehenden Donaumonarchie.

Geschichte ohne Ende

Mitte des 13. Jahrhunderts wird Artstetten erstmals urkundlich erwähnt. Sehr bald entsteht aus der mittelalterlichen Festung ein Schloss, das kurz hintereinander verschiedene Besitzer hat. 1823 übernimmt es Kaiser Franz I. Sein Bruder Erzherzog Carl Ludwig gestaltet das Haus ab 1861 innen wie außen großzügig um und übergibt es 1889 seinem ältesten Sohn Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este. Auch dieser lässt es erneut nach seinen Vorstellungen umbauen – Artstetten wird zum geliebten Familiensitz für ihn, seine Gemahlin Sophie von Hohenberg und ihren Kindern – bis 1914 das Paar in Sarajewo einem Attentat zum Opfer fällt. Seit 1913 präsentiert sich Artstetten so wie es heute jeder kennt: Ein architektonisch reizvolles, von sieben charakteristischen Türmen flankiertes Schloss. Dank seiner Besitzer, der Familie Hohenberg, bleibt hier Geschichte lebendig.

Des Kaisers neue Pläne

An Erzherzog Franz Ferdinand erinnert vor allem der „englische Landschaftsgarten“ sowie die von ihm 1909 beauftragte Errichtung der Familiengruft. Bereits zuvor lässt der begeisterte Schwimmer Erzherzog Carl Ludwig den „Pool“ neben dem Badepavillon errichten. Auch die nach geomantischen Richtlinien angelegte Kastanienallee mit den zwei Springbrunnen ist auf ihn zurückzuführen. Man spürt kaiserliche Lebensfreude.

Alte Geschichte neu entdecken

Der Museumsbesuch ist ein schmaler Grat zwischen Glück und Leid, Leben und Tod. Es eröffnet sich die facettenreiche Welt des politischen Denkers, Reformers, Sammlers – aber vor allem auch Familienmenschen Erzherzog Franz Ferdinand. Für kleine Prinzen und Prinzessinnen hat sich das Maskottchen von Artstetten, Fürst Teddy, eine spezielle Kinder-Führungen einfallen lassen. Auch die heutige Einrichtung der 1691 mit dem Schloss verbundenen barocken Kirche geht Großteils auf Sammelobjekte des Thronfolgers zurück. Im Gedenkjahr 2018 wurde die im Rahmen des EU-Projektes NETWORLD die neu konzipierte Dauerausstellung „Durchs Schlüsselloch: Geschichte erzählt! Erzherzog Franz Ferdinand und der erste Weltkrieg.“ eingerichtet. Da beginnt man vieles erst richtig zu verstehen.

Historischer Blumengruß

Aus der Frühzeit des Schlossparks ist nichts Näheres bekannt, erst mit Übernahme der Anlage durch den „Blumenkaiser“ Franz I. im Jahr 1823 wird er genauer dokumentiert. Der Schlosspark gilt heute als einer der wichtigsten historistischen Parks Österreichs und findet sich daher auf der Liste der 56 im Bundesdenkmalschutz-Gesetz angeführten Anlagen. Ein Spaziergang mit anschließender Einkehr im Schloss-Cafe in den historischen Salons oder auf der Sonnenterasse setzt jedem Besuch von Schloss Artstetten die Krone auf!

Öffnungszeiten

Museum und Familiengruft: täglich von 9 - 17.30 Uhr, letzter Einlass: 17 Uhr
Natur-Schlosspark: täglich von 9 - 13 Uhr, letzter Einlass: 12.30 Uhr
Schloss-Café: Donnerstag – Sonntag bzw. Feiertag ab 10 Uhr
Führungen nur nach Voranmeldung.