Felsformationen bei Großschönau

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Drei verwunschene Orte aus Granit

Was der Weinsberger Granit wohl schon alles miterlebt hat? Das Gestein hat knapp 400 Millionen Jahre auf dem Buckel und nimmt im westlichen Waldviertel abenteuerliche Gestalt an. In der Nähe von Großschönau befinden sich drei bestaunenswerte Ausflugsziele aus Stein, die es sich zu erwandern lohnt.

Vielen Menschen ist die Gemeinde Großschönau als Zentrum für Solarenergie bekannt. Doch auch Wünschelrutengeher und Geomantiker haben den beschaulichen Ort für sich entdeckt. Die Gründe dafür liegen rund um Großschönau in den Wäldern verstreut: Felsformationen mit besonderen geomantischen Eigenschaften.

Der Wünschelroutenweg für Anfänger und fortgeschrittene Geher bietet zahlreiche Gelegenheiten, geomantische Phänomene aufzuspüren. 57 Plätze sind auf dem rund zehn Kilometer langen Rundwanderweg zu finden. Je nachdem, wie viel Zeit man bei den einzelnen Punkten verbringt, dauert der Weg vier Stunden oder mehr. Wer noch keine eigene Wünschelrute besitzt, kann im „Mitbringsel“ oder dem „Waldviertler Stüberl“ eine erwerben.

Steinerne Stube

Die Steinerne Stube und ihr Nachbar, die kleine Steinerne Stube, sind beeindruckende, von Moos überwachsene Felsgebilde. Die Anhäufung aus Granitblöcken bildet eine Art begehbaren Raum – daher auch die Bezeichnung „Stube“. Auffällige Felsen sind der Altarstein, der Druidenstein und der Schalenstein. Ihnen werden geomantische Eigenschaften zugeschrieben. Die Rede ist von unterirdischen Wasseradern, Erdgitternetzen und geologischen Verwerfungen, die sich an dieser Stelle treffen. Die starken Strahlungs- und Energiefelder sollen Ruhe und Kraft schenken.

Der Rundwanderweg zur Steinernen Stube ist leicht und auch für Kinder geeignet. Für die Strecke von knapp sechs Kilometern sollten Sie etwa zwei Stunden einplanen. 

Frauhaus

Auf einem bewaldeten Hügel türmen sich gewaltige Granitblöcke zwischen den Bäumen. Unter einem Felsüberhang haben während der Zeit der Schwedenkriege (1618 bis 1648) zwei adelige Frauen Schutz gesucht. Sie bekamen von der Waldviertler Bevölkerung Unterstützung in Form von Nahrung und Wasser.

Zu erreichen ist das Frauhaus auf dem Frauhausweg Nr. 22, der direkt in Großschönau startet. Die Wanderung ist rund neun Kilometer lang und dauert etwas mehr als zwei Stunden.

Rabenloch

Genau genommen ist es kein „Loch“, sondern eine Höhle von drei mal sieben Metern in einer noch gigantischeren Felsformation. Die Felswände um die Höhle türmen sich sogar 12 Meter auf und wirken, so bewachsen und moosüberwuchert, wie sie sind, sehr mysteriös. 

Kultur-Tipp: 2010 machten sich drei Künstler auf ins Rabenloch, um das sogenannte Wald- und Wiesenepos im wahrsten Sinne des Wortes in Stein zu meißeln: Ihre Sätze und Gedanken finden sich seither in den Felswänden, gewidmet sind sie den Waldtieren. 

Die kurzweilige Rundwanderung von Großschönau zum Rabenloch und wieder retour dauert nur eineinhalb Stunden.