Burg Raabs

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Die Bücherburg hoch über der Thaya – ein erlesenes Ausflugsziel.

Über dem Zusammenfluss der Mährischen und der Deutschen Thaya thront Raabs, eine der ältesten Steinburgen Österreichs. Am steilen Felsen, die Stadt überragend. Auf der Atlane stehend hat man das Gefühl, man stünde am Bug eines Schiffes, das in die Vergangenheit segelt. Welche Geschichten mögen sich hier zugetragen haben und welche findet man in der „Bibliothek der Provinz“ inmitten alter Gemäuer?

Stark wie ein Felsen

Ein Bollwerk gegen alle Einfälle aus dem Norden – bereits der tschechische Ursprung des Namens unterstreicht die Bedeutung der Burg: Castrum Rakouz ist für Böhmen so wichtig, dass auch das Land dahinter den gleichen Namen erhält. Im 11.–13. Jahrhundert bilden Burg und Ort am Zusammenfluss der Mährischen mit der Deutschen Thaya das Zentrum eines sogenannten "Königsbezirkes". 1183 verpfändet Albrecht I. von Österreich die Burg Raabs seinem Marschall Heinrich von Maissau, danach gehen Festung und Herrschaft an die Puchheimer und bleiben fast dreieinhalb Jahrhunderte in ihrer Hand – 1386 führt Herzog Rudolf IV den Titel »Graf zu Ragtz«. Die Puchheimer des 16. und 18. Jahrhundert veranlassen gotische Erweiterungsarbeiten – die mittelalterliche Burg wird zum Schloss. Burgherrn des 18. Jahrhunderts, unter ihnen die Freiherrn von Bartenstein, versehen die Burg zusätzlich mit schlossartigen Einbauten. Raabs gehört heute zu den bau- und siedlungsgeschichtlich sowie historisch bedeutsamsten Burgen Österreichs – eine Vorstellung von dieser Wohnburg auf dem Raabser Felsen gibt die in seinen Grundmauern noch völlig erhaltene Schallaburg.

Spitzenleistung alter Baukunst

Die über die ganze Breite des Felsens reichende mehrgeschossige Burganlage hat ein Fundament von 21x12,30 Metern. Über der höchsten Felsspitze ragt eine Kapelle, gegen die Angriffsseite ist das kleine Ensemble durch den fünfeckigen Bergfried gesichert. Die alte Feste wird in den späteren Schlossbau integriert – von der überbauten romanischen Kapelle auf der Felsenspitze hat sich das Grundmauerwerk erhalten. Die Burg betritt man über den Vorhof mit Renaissancepfeilarkaden, in der Hauptburg liegen der große und der kleine Rittersaal. Ein Blick von der schmalen Altane fasziniert: Von der auf den Mauern ruhenden Plattform hoch über der Stadt Raabs sieht man den Zusammenfluss der Deutschen und der Mährischen Thaya. Für ein paar Minuten fühlt man sich wie ein kleiner Kapitän.

Bücher und Poeten

Burg Raabs ist heute im Besitz des Verlegers Richard Pils und seiner Familie. Seine „Bibliothek der Provinz“ ist in ihrer Qualität mehrfach ausgezeichnet und gibt mitunter auch Exzentrikern wie Herbert Achternbusch oder Sepp Dressinger Heimat. Seit über 20 Jahren lockt das alljährliche Poetenfest im August Bücher- und Kulturfreunde in die alten Gemäuer. Der Veranstaltungskalender ist aber nicht nur für Bücherwürmer interessant: Mitunter stehen Schlosskonzerte, Festivals und musikalische Schlossführungen am Programm.

Tipp: Ruine Kollmitz
Nur eine Gehstunde entfernt liegt eine weitere Sehenswürdigkeit: Kollmitz, eine der größten Ruinen Österreichs. Die Wanderung über den markierten Weg zu dieser einst sehr mächtigen Wehranlage lohnt sich: Verfallene Mauern erwecken die Fantasie – man spürt Kraft, Mut, Sieg und Verlust. Die perfekte Kulisse für eine Stärkung an der Jausenstation mit herrlichen Ausblick ins Thayatal. Man tankt unweigerlich neue Energie!

Öffnungszeiten

Führungen nach Vereinbarung.