Mohnnudel-Wuzeln als Königsdisziplin
Mohnwirt Neuwiesinger in Armschlag
Vorbei an riesigen Mohnblüten vor beinahe jedem Haus im Mohndorf Armschlag treffen wir beim „Mohnwirt“ Rosemarie und Johann Neuwiesinger. Vor über 35 Jahren haben die beiden den Jahrhunderte lang im Waldviertel beheimateten Graumohn aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und eine wahre „Mohnarchie“ aufgebaut. „Ein blühendes Mohnfeld zieht dich einfach in seinen Bann“, schwärmt Johann. Der Graumohn, der besonders gut auf dem speziellen Boden des Waldviertels gedeiht, braucht kühle Nächte und sonnige Tage, um seinen einzigartigen, milden Geschmack zu entfalten. Währenddessen führt uns Rosemarie in einem Mohn-Kochkurs in die Geheimnisse eines der beliebtesten Gerichte des Mohnwirts ein: die Waldviertler Mohnnudeln. „Es ist eine glückliche Fügung, dass Mohn so vielfältig ist“, sagt sie und erzählt, dass sie auch gerne Karpfen in einer Mohnpanier bäckt. Aus festkochenden Waldviertler Erdäpfeln, die über Nacht gut durchgekühlt wurden, formt sie täglich 150 Portionen der beliebten Mohnnudeln. „Das Mohnnudel-Wuzeln ist die Königsdisziplin“, erklärt Rosemarie, während sie die Enden der Nudeln zuspitzt. „Mohn schmeckt fein, hat einen milden Geschmack, ein bisschen nussig“, beschreibt Rosemarie. Großzügig werden sie in einer Butter-Zucker-Mohn-Mischung geschwenkt und mit Staubzucker bestreut serviert. Übrigens: Wer die blühenden Mohnfelder in ihrer vollen Pracht erleben möchte, besucht das Mohndorf Armschlag am besten zwischen Ende Juni und Mitte Juli.