Kamptalwildnis bei Schauenstein

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Ein Wald, der seinesgleichen sucht

Einmal im Kamptal angekommen, merken Besucher schnell: In dieser Landschaft scheint die Zeit stehen geblieben zu sein – zumindest für die Natur! Zwischen Wegscheid am Kamp und Rosenburg erstreckt sich eines der am besten erhaltenen, ursprünglichen Flusstäler Österreichs. Natürliche Hangwälder, ein frei fließender Fluss und blumenreiche Uferwiesen wechseln sich ab. Ein wildes „Willkommen“ im Kamptal.

Straßen sind im mittleren Kamptal nur wenige zu finden. Ganz zu schweigen von dichter Zivilisation. Genau das ist es, was die Wälder rund um die Ruine Schauenstein für ihre Besucher so anziehend macht. Es gibt viel zu entdecken: ursprüngliche Naturjuwele wie aus einem Fantasy-Film genauso wie seltene Tierarten. Wie man dieses wildnisartige Flusstal am besten erkundet? Zu Fuß bei einer Wanderung zu oder von der Ruine Schauenstein.

So vielfältig kann Wald sein! Neben den Hang-und Schluchtwäldern mit Linden, Buchen, Ulmen und Ahornbäumen sowie Eichenmischwäldern vermitteln auch die alten Buchenwälder mit ihren mächtigen „Methusalem“-Bäumen einen urwaldähnlichen Eindruck. Diese Wälder zählen zu den ökologisch wertvollsten Waldbeständen Österreichs.

Die vielen uralten „Methusalem“-Bäume bieten bedrohten Tierarten ein Zuhause: Seeadler, Schwarzstörche, Biber, Spechte und Käfer leben im mittleren Kamptal in und mit der Natur. Wer ganz genau hinsieht, findet sogar seltene (Ur-)Waldfledermäuse! Bechsteinfledermaus, Mops- und Nymphenfledermaus gehören zu den wichtigsten Vorkommen Österreichs.

Schon gewusst? Einen Naturwald erkennt man an vielen ungleich alten, wirr durcheinander wachsenden, teilweise krummen Bäumen. Viele davon sind abgestorben, dazwischen gedeiht aber schon der junge Wald. Ein stetiges Kommen und Gehen! Ein vielfältiges Ökosystem, das hier vermutlich seit Jahrtausenden existiert und sich immer wieder erneuert. 

Wanderungen im Kamptal

Intensiver als „per Pedes“ kann man die Kamptalwildnis kaum erleben! Und der Ausdruck „Wildnis“ ist in diesem Abschnitt des Waldviertels wortwörtlich zu nehmen. Markierte Wanderwege führen teilweise über überwucherte Pfade. Ein echtes Abenteuer, nach dem sich Wanderer oft sehnen!

Der Schauensteinweg von Wegscheid am Kamp über die Ruine Schauenstein bis Altpölla ist eine mittelschwere Tour von rund 13 Kilometern. Von der Ruine bietet sich ein traumhafter Blick auf das weite, einsame Tal, mit seinen ausgedehnten Naturwäldern und dem tief unten rauschenden Fluss.
Ein Gustostückerl für Wanderfans ist der Kamptal-Seenweg von Rosenburg bis zum Nebelstein. Die Tour mit acht Etappen auf fast 100 Kilometern kann natürlich auch aufgeteilt werden.

Eine mehrtägige Rundwanderung ist für all diejenigen zu empfehlen, die der Natur besondere Aufmerksamkeit schenken wollen. Immerhin gibt es viel zu erleben: Flora, Fauna und einzigartige Ursprünglichkeit.

Ruine Schauenstein

Die Ruine Schauenstein eignet sich bestens als aussichtsreicher Abstecher während einer Wanderung durch das Kamptal. Die Burg wurde im 11. und 12. Jahrhundert von den Babenbergern als Schutz gegen die Böhmen errichtet und war wild umkämpft. Noch heute kreisen Sagen und Geschichten um das mächtige Bauwerk. Von der „Schauenstein-Burg“, wie sie auch genannt wird, eröffnen sich beeindruckende Ausblicke über die einsame Naturlandschaft. Kein Wunder, thront sie doch auf einem Ausläufer des Buchbergs über dem Tal. 

Tipp: Unbedingt die Aussichtswarte im Bergfried besteigen! Hier nisten nicht nur die Turmfalken, auch der einen oder anderen Fledermaus begegnet man hier beim Aufstieg im Inneren des Turmes. Der Schlüssel ist gegen einen geringen Eintritt in 3593 Pölla, Krug Nr. 18 (Haus bei der Kapelle) oder unter der Telefonnummer +43 664 1451527 erhältlich.

Naturerlebnisse hat das Waldviertel jede Menge zu bieten! Das mittlere Kamptal mit seinen schützenswerten Wäldern ist ganz besonderes Highlight.