Schütt & Kleine Schütt bei Rappottenstein

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Wandern entlang des Kamps

Flusswanderungen vereinen das Beste aus zwei Welten: Bewegung und abwechslungsreiche Landschaftsbilder. Auf dem bekannten Bärentrail im Waldviertel verläuft ein Teil der Wanderung entlang des Kleinen Kamps. Zwei der interessantesten Schauplätze sind die Schütt und die Kleine Schütt. Ein echtes Abenteuer-Areal!

Wild, grün, ruhig und aufregend zugleich: Diese Attribute treffen auf die Schütt und Kleine Schütt absolut zu! Was sich hinter diesen Namen versteckt? Ein 500 Meter langer Abschnitt des Kleinen Kamps, dem längsten Fluss des Waldviertels. Nur drei Kilometer von der beschaulichen Gemeinde Rappottenstein entfernt geht es tatsächlich wild zu. Die mächtigen Granitfelsen sind über das Tal verstreut, durch das sich der Kamp zwängt. Wie es hier wohl vor tausenden Jahren ausgesehen haben mag…

Schon bemerkt? Der Kamp ist bernsteinbraun eingefärbt, was vor allem im Herbst oder bei direktem Sonneneinfall bezaubernde Reflexe wirft. An Tagen mit Niedrigwasser wirken die Schütt und Kleine Schütt wieder ganz anders. Vom Fluss ist kaum etwas zu sehen, das Wasser verschwindet sozusagen unter den moosig-grünen Steinen. Bemerkenswert ist vor allem die Einsamkeit entlang des Kamps. Das Naturdenkmal ist ein echter Geheimtipp für Ruhesuchende im Waldviertel.

Tipp: Auf dem Felshang nördlich der Kleinen Schütt wächst ein für diese Region seltener, naturnaher Laubmischwald. 

So entstand die Steinwildnis der Schütt

Um die Geschichte der Waldviertler Steine zu erzählen, muss man weit zurückgehen. Millionen von Jahren weit, um genau zu sein. Vor 350 bis 300 Millionen Jahren befand sich in Mitteleuropa das gewaltige variszische Gebirge. Es war einige tausend Meter hoch. Im Gebirge entstanden waag- und senkrechte Entspannungsrisse. Durch die Risse drang Wasser in das Gestein ein und Frost sprengte das Gestein. An den Ecken und Kanten bieten sich Angriffsflächen für im Wasser gelöste Säuren. Diese zersetzten das Gestein und rundeten die Kanten und Spitzen nach und nach ab. Dieser Vorgang wird „Wollsackverwitterung“ genannt. Mit der Zeit legte die Abtragung so die Granitblöcke aus dem Fundament des uralten Gebirges frei. Die Kluftkanten und Felsformen im Flussbett kamen zum Vorschein – und mit ihnen das verwunschene Bild, das bis heute seine Faszination behalten hat.

Wandermöglichkeiten gibt es rund um Rappottenstein und die Schütt zur Genüge! Die meisten Wander- und Spazierwege lassen sich mit einem Abstecher zur Blockwildnis kombinieren. Der Themenwanderweg 10 „Klangburgweg“ hat eine Länge von zehn Kilometern und erfordert etwa 2,5 Stunden. Wer mehr Zeit mitbringt, dem sei der Themenwanderweg 12 ans Herz gelegt. Der Weg mit dem Namen „Die Kraft des Wassers“ führt am Lohnbachfall, dem Höllfall und der Schütt vorbei.  
 
Die Schütt und Kleine Schütt sind zu schön, um nur über sie zu lesen. Erleben Sie es selbst, das Rauschen der Kamp und den typisch moosigen Duft des Waldes!