Wachtstein bei Bad Traunstein

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Ein Treffpunkt von Natur & Kultur

Vom Wachtstein auf 958 Metern Seehöhe genießen Wanderer eine traumhafte Aussicht – an klaren Tagen sogar bis zum Ötscher und Schneeberg. Genuss hat auf dem Gipfelfelsen jedoch viele Facetten. So finden Veranstaltungen wie das Wachtsteinfest oder das Brasssteinfestival auf der Erhebung statt.

An den riesigen Felsen des Wachtsteins wird Geschichte zur unterhaltsamen Lehrstunde. Die gigantischen Granitblöcke im oberen Bereich, auf die heute ein gesicherter Steig führt, sind bereits Millionen von Jahren alt. Tektonische Kräfte und die Einwirkung des Wassers haben die Felsformationen aus dem variszischen Gebirge herausgelöst, ein Urgebirge, das sich früher anstelle der Böhmischen Masse in Mitteleuropa befand. 

In der Vergangenheit war der Wachtstein ein wichtiger Punkt der Kreidfeuerkette zwischen Jauerling, der Burg Anschau (die im Jahr 1296 zerstört wurde) und der Burg Arbesbach. Kreidfeuer, auch als „Warnfeuer“ bezeichnet, wurden im Mittelalter zwischen Aussichtsposten verwendet, um vor drohenden Gefahren zu warnen. Der Berg diente also als Aussichtspunkt für Wächter eines wichtigen Bauwerks, das an der Stelle des heutigen Pfarrhofs stand. Es wird vermutet, dass genau daher der Name der Erhebung stammt.

Tipp: Die bunten Möbel unterhalb der Aussichtsplattform stehen nicht nur als Dekoration in der Landschaft! Das „Wohnzimmer im Freien“ ist ein Farbkleks zum Pause machen und um die Seele baumeln zu lassen.

Wandern auf den Wachtstein

Natürlich ist der Aussichtsberg in Bad Traunstein ein ideales Wanderziel. Der Stein-Gigantenweg Nr. 51 dauert 1,5 Stunden und ist etwa 2,5 Kilometer lang. Auf dem Weg zum Wachtstein geht es außerdem vorbei an der Steinernen Backstube, dem Opferstein und dem Franzosenstein.

Der Opferstein ist ein massiver Granitblock mit einer großen Wanne auf der Oberseite, in der immer Wasser steht. Diesem Wasser werden Heilkräfte gegen Augenleiden zugeschrieben. In Erzählungen wird die Wanne oft als Blutschüssel bezeichnet. Menschen in vorchristlicher Zeit sollen die Aushöhlung in den Stein gehauen haben. Das ist jedoch nur Aberglaube! Die Schalen auf und in den Steinen entstehen durch Zersetzungsprozesse mit Hilfe von Säuren, die sich aus Regenwasser und Pflanzenresten bilden. Also auf völlig natürliche Weise!

Am Fuße des Wachtsteines liegt der Franzosenstein. Er ruht so schräg auf seiner Unterlage, dass man glaubt, ein kleiner Stoß genüge, um ihn hinunterzustürzen. Doch der riesige, ovale Granitblock wiegt nach Schätzungen ungefähr 100.000 Kilogramm – und rührt sich keinen Millimeter. 

Es gibt in Bad Traunstein auch drei Wackelsteine. Der bekannteste ist der Wiegenstein.

Events auf dem Wachtstein

Im Sommer verwandeln sich die Steine in eine riesige Open-Air-Bühne. Wenn die Sonne hinter dem Wachtstein untergeht und Musik erklingt, gehen Natur und Kultur eine herrliche Symbiose ein. Die Veranstaltungs-Highlights des Jahres sind das Brasssteinfestival im Juli und das Wachtsteinfest im August.

Quirlige Veranstaltungen und ruhige Tage: Beim Wachtstein im Waldviertel ist beides möglich. Noch ruhiger geht’s beim Mandelstein oder dem Platz des Skorpions zu!